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Blumen für die Blumen
Am Mittwoch hat der
Schauspieler Krishan Krone die Bühnenfassung von "Monsieur lbrahim
und die Blumen des Koran" in Chur gezeigt. Und damit die Herzen der
Zuschauer im Sturm erobert.
Mit der Erzählung "Monsieur Ibrahim et les fleurs du coran" ist
dem französischen Schriftsteller Eric-Emmanuel Schmitt 2001 ein
Bestseller geglückt. Und auch die Verfilmung mit Omar Sharif
lockte das Publikum im Jahr 2003 in Scharen in die Kinosäle.
In Scharen sind die Zuschauer am Mittwochabend nicht in die Churer
Klibühni geströmt. Leider. Denn die Inszenierung von Albert
Michel Bosshard, mit Krishan Krone in der Haupt- und sämtlichen
Nebenrollen, entpuppt sich als wahres Kleinod aus der Schatzkiste der
Schweizer Kleinkunst.
Zauber offenbart
Momo ist jüdischer Abstammung, elf Jahre alt und lebt mit seinem
Vater in der Pariser Rue Bleu. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn
ist kühl und von düsteren Schatten der Vergangenheit
überdeckt - wie sich herausstellen soll. Momo freundet sich indes
mit dem Gemischtwarenhändler Monsieur Ibrahim an, dem Araber, wie
die Menschen ihn nennen. Doch Monsieur Ibrahim ist kein Araber. Er ist
Muslim und stammt vom "Goldenen Halbmond», wie er Momo, der ihm
immer wieder Konserven- dosen stibitzt, erklärt. Monsieur Ibrahim
lehrt Momo, dass der
Schlüssel zum Leben in einem simplen Lächeln liegen kann. Er
führt ihn in die Geheimnisse des Sufismus - die islamische Mystik
ein. Und er ist zufrieden, denn er hat seinen Koran. Und Momo hat seine
Besuche bei den Dirnen in der Rue Paradis.
Der in Zürich lebende deutsche Schauspieler Krishan Krone
präsentiert sich auf der Bühne zunächst als
Ich-Erzähler. Als Momo, der die Ereignisse seiner Kindheit aus der
Distanz des Erwachsenseins beschreibt. Plötzlich klappt Krone aber
das Buch, aus dem er liest, zu, und schlüpft in die Welt des
kleinen Momo, ins Paris der 60er-Jahre. Das Bühnenbild besteht aus
einem Marktstand, den Krishan Krone im Laufe des 75-miniitigen
Stücks nach und nach mit Gemüse, Obst und Konserven
auffüllt. Und aus einem Tisch, an dem Schauspieler immer mal
wieder Platz nimmt, um seinen Tee zu geniessen. Die orientalischen
Klänge aus dem kleinen Kofferradio mischen sich derweil mit dem
Geruch der französischen Metropole. Mehr als das braucht Krone
auch nicht, um den Zauber der Geschichte zu offenbaren – wie ein
Teppichhändler, der seine Schätze ausrollt bis der ganze Saal
von deren Erhabenheit erfüllt ist. Krone bringt eine breite
Palette an Mimik und Gestik zum Einsatz, und tänzelt dabei stets
charmant zwischen dem Schauspie1er und dem Geschichtenerzähler hin
und her. Und am Schluss, nachdem Momo die Blumen des Koran entdeckt
hat, gabs dann auch Blumen für den Schauspieler. In Form von
begeistertem Applaus für einen bezaubernden Theaterabend und einen
grossartigen Krishan Krone.
Ladina Heimgartner, Bündner Taglatt vom 01. Juni 2007
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